Und schon ist es wieder Zeit für die 30-Days Book Challenge, in der es an Tag 7 um Biografien gehen soll.

Ich lese ganz gern Biografien, besonders Künstlerbiografien. Allein über die Beatles habe ich, als Fan seit Kindertagen, mindestens 5 verschiedene gelesen.

Über John Lennon ist vor einigen Jahren eine vielbeachtete neue Biografie erschienen, die ich zwar besitze, aber zu meiner Schande noch gar nicht gelesen habe, wie konnte das passieren. Aber vielleicht hole ich das auf die Schnelle nach, dann kann ich im Rahmen der Challenge später darüber schreiben, in der Kategorie „Bücher mit mehr als 1000 Seiten“. Das ist in 12 Tagen, müsste zu schaffen sein 😉

Heute möchte ich aber sowieso nicht über die Beatles oder John Lennon schreiben, ich lege euch lieber die spannende Lebensgeschichte eines anderen Künstlers ans Herz, und zwar die von

Udo Jürgens

Er hat 2004 zusammen mit Michaela Moritz einen wunderschönen autobiografischen Roman über seine Familiengeschichte veröffentlicht. Der poetische Titel dieser Biografie lautet:

Der Mann mit dem Fagott

Wieder einmal habe ich mir das Buch erst besorgt, nachdem ich – wie kann es anders sein – die überaus gelungene Fernsehverfilmung gesehen habe. Mit David Rott als Udo Jürgens, das passte wie die Faust aufs Auge.

Der Roman beginnt im Jahr 1891, es ist Weihnachtszeit. Heinrich Bockelmann, Udos Grossvater, geht über den Bremer Weihnachtsmarkt. Dort trifft er auf einen Strassenmusiker, der auf seinem Fagott das Lied „Kalinka“ spielt. Heinrich Bockelmann, so geht die Familienlegende, wird dadurch zur Auswanderung nach Russland inspiriert, wo er Karriere macht und eine Familie gründet. Seine Frau schenkt ihm Jahre später eine Bronzefigur, eben den „Mann mit dem Fagott“, der in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren geht, später aber auf wunderbare Weise wieder zu seinem Besitzer, bzw dessen Nachkommen Udo Jürgens, zurück kehrt.

Heinrich und seine Familie, nach 1914 in Russland als Deutsche unerwünscht, verschlägt es nach dramatischer Flucht zunächst nach Schweden, später nach Kärnten, wo sie sich niederlassen und ihre Kinder grossziehen.

Wir lernen die nächste Generation kennen und begleiten schliesslich den kleinen Jürgen Udo Bockelmann, später wird er sich Udo Jürgens nennen, durch dessen Kindheit und Jugend.

Udos Karriere ist tatsächlich gar nicht der Hauptaspekt im Roman, auch keine Nebenhandlung, sondern fügt sich harmonisch ein in diese spannende Geschichte einer Familie über die Jahrzehnte.

Wunderschön erzählt und ultra spannend, so mein Fazit 🙂