Guten Abend an Tag 9 der 30-Days Bookchallenge , der ein Buch zum Thema haben soll, dessen Lektüre ich als Zeitverschwendung empfunden habe.

Da stellt sich die Frage, warum soll ich Zeit damit verschwenden, über ein solches Buch zu erzählen? Abgesehen davon verschwende ich meine Zeit normalerweise nicht mit dem Lesen eines Buches, das mir nicht gefällt, sondern breche es ab, wenn ich merke, nein, nichts für mich.

Aber nicht immer. Manchmal lese ich es durch, immer mit dem Gedanken, gleich kommt der Durchbruch, bestimmt wird es gleich richtig interessant.

Das Buch, das ich derzeit lese, ist ein Paradebeispiel für ein solch seltsames Leser*innen-Verhalten. Elizabeth George, deren sehr englische Inspektor Linley Krimis ich gerne lese, hat einen Roman mit dem Titel „Am Ende war die Tat“ geschrieben. Er befand sich in einem virtuellen Stapel Elizabeth George Krimis, den mir der eBook Dealer meines Vertrauens hat zukommen lassen, nachdem ich angedeutet hatte, ganz gerne mal wieder einen Elizabeth George Roman lesen zu wollen. Ich dachte natürlich, es handelt sich um einen Linley-Krimi, jedoch wartete ich vergeblich auf das Auftreten des Inspektors. Warum hätte er auch auftauchen sollen, denn es gab gar keine Leiche. Nichts zu ermitteln für den Inspektor. Vielmehr geht es in der Geschichte um drei Kinder aus äusserst schwierigen Verhältnissen, die von ihrer Tante aufgezogen werden, nachdem die Grossmutter die drei eines Tages einfach vor deren Tür absetzt.

Komisch. Laut Beschreibung ist es ein Inspektor Linley Krimi. Und eine Bluttat soll es auch geben. Aber wann? Ich habe nun schon über 400 Seiten gelesen, etwa 100 kommen noch – und immer noch weit und breit kein Inspektor Linley in Sicht.

Aber die Geschichte ist gar nicht so übel, wenn auch nicht der beste Roman (schon gar nicht der beste Elizabeth George Roman) aller Zeiten, und im Grunde würde das Auftauchen des Inspektors inzwischen sogar stören.

Ich lese das Werk also zu Ende, wo ich schon so weit gekommen bin, will ich auch wissen, wie es ausgeht. Und ob Inspektor Linley doch noch irgendwann auftaucht wie Kai aus der Kiste.