Ein neues Mädchen, auf seinem Hof.

Fritz beobachtet es, zunächst nur von weitem, er muss einen Eindruck bekommen, mit wem er es zu tun hat, um dann seine Strategie entsprechend zu entwickeln, und hat sich nach drei Tagen ein Bild gemacht.

„Blöde Pissnelke“, ruft Fritz, als sie sich das nächste Mal treffen, und er wartet gespannt, wie sie wohl reagieren wird.

Wenn sie heult, verhau ich sie, denkt er.

Fritz schlendert breitbeinig in ihre Richtung, so wie er es bei seinen grossen Brüdern gesehen hat, die, das weiss er, der Neuen jetzt wahrscheinlich den Arm verdrehen würden, damit sie weiss, wer der Boss ist.

Er möchte nicht so weit gehen, besonders nicht, als er sieht, was sie in ihrem Puppenwagen hat.

„Ohhhh“, ruft er und vergisst ganz seine zur Schau getragene Überlegenheit, „wie heisst der denn?“

Das Mädchen hebt den kleinen Hund aus ihrem Puppenwagen und hält ihn Fritz hin, damit er ihn streicheln kann, und so verweilen sie, bestimmt eine Viertelstunde.

Dann muss Fritz zum Mittagessen, aber bevor er geht, schenkt er dem neuen Mädchen noch einen Keks, den er in seiner Latzhose gefunden hat.

Er ist schon ganz krümelig, der Keks, aber noch essbar, und das Mädchen lächelt.

 

 

 


eine Geschichte für das Projekt abc.etüden, erfunden von Herrn Z.  (der auch die Beitragsbilder zur Verfügung stellt, von mir an dieser Stelle vielen Dank), seit geraumer Zeit präsentiert von Christiane von irgendwas ist immer.
Die Aufgabe ist, eine shortest short story, bestehend aus höchstens zehn Sätzen, zu erfinden, in welcher drei vorgegebene Wörter vorkommen müssen.

Macht zahlreich mit, es gibt jede Woche eine frische Wortspende, diese Woche kam sie von mir selbst 🙂