Heute in den Mails gefunden, eine Einladung zum Abi-Jahrgangstreffen.

Sonst hatten die immer in irgendwelchen Hotels stattgefunden, aber diesmal wurde in unsere damalige Stammdisco geladen.

Der gute alte Bunker, dass der überhaupt noch existiert, meine Güte, das war doch damals schon ein total baufälliger Schuppen.

Ich kann nicht verhindern, mich zu erinnern, vor allem an Kathi, damals meine beste Freundin, seit Jahren habe ich nicht mehr an sie gedacht.

Kathi, blond, blauäugig, langbeinig, klug, witzig und immer duftend nach…. wie hiess gleich das Parfüm, das sie damals benutzte?

Fleurs d’été, genau, Sommerblüten, und augenblicklich meine ich, Kathi riechen zu können.

Gerüche, selbst wenn man sie sich nur vorstellt, können eine wahre Flut an Erinnerungen hervorrufen, schöne, schlechte, bittersüsse.

Mir fällt jetzt wieder ein, warum Kathi und ich den Kontakt zueinander abgebrochen haben, auch, warum ich in über zwanzig Jahren nie bei einem unserer Jahrgangstreffen war, nicht ein einziges Mal.

Plötzlich sehe ich sie vor dem Bunker mit Kai, dem Jungen, der eigentlich mir gehörte, den sie mir ausgespannt hat, in seinem Auto, er hatte gerade den Führerschein gemacht, sie sieht mich, sie winkt, sie ruft, ich kann sie nicht hören, aber ich sehe ihr angstverzerrtes Gesicht.

Und ich weiss, ich kann auch in diesem Jahr nicht zu dem Treffen gehen.


Schnell noch eine Geschichte zu den abc.etüden, erfunden vom Herrn Z. von textstaub (der auch die Beitragsbilder zur Verfügung stellt, von mir an dieser Stelle vielen Dank), seit einiger Zeit präsentiert von Christiane von irgendwas ist immer.
Die Aufgabe ist, eine shortest short story, bestehend aus höchstens zehn Sätzen, zu erfinden, in welcher drei vorgegebene Wörter vorkommen müssen.

Macht zahlreich mit, es gibt jede Woche eine frische Wortspende, die aktuelle kommt von wortgeflumselkritzelkram

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