Das Schokoländchen hat zu gemacht. Wo ich fast jeden Tag bei Frau Klein eine bunte Tüte gekauft habe, in die sie immer noch eine Packung Esspapier zusätzlich hineingetan hat, weil sie wusste, dass ich das so gerne mochte. Wo ich mich nach der Schule mit Reni und Moni getroffen habe, was erst aufhörte, als Reni mit ihren Eltern nach Süddeutschland gezogen ist. Reni hat sich immer mit mir darüber gestritten, welche Farbe die Füllung der Schaumküsse hat, die wir zwischen zwei Brötchenhälften quetschten, weisst du noch, Reni? Ich sagte, blöde Frage, weiss natürlich. Milchweiss, sagtest du.

Was ist eigentlich aus der frechen Moni geworden, die Herrn Klein immer damit aufzog, sein Fahrrad würde nur noch von der dicken Schicht Rost zusammengehalten. Darauf lachte der und entgegnete, das sei kein Rost, sondern Patina.

Alles ist im Fluss, denke ich, während ich weiter gehe. Und bin trotzdem ein bisschen traurig.

Das Schokoländchen gibt es nicht. Ich habe es geträumt. Vor einigen Tagen, tatsächlich, kam es in einem Traum vor. Da dachte ich mir, warum es nicht in einer Geschichte der Aktion abc etüden von textstaub verarbeiten. Shortest short stories mit höchstens zehn Sätzen sollen hier gebastelt werden, wobei drei vorgegebene Wörter mit verarbeitet werden müssen. Die Wortspende (schönes Wort übrigens 😉 ) stammt diese Woche von dergl

 

Advertisements