Heute schon wieder mindestens fünf Bildchen und Sprüchlein in den Netzwerken gesehen zum Thema „mirdochegalwasanderevonmirdenkenundobsiemichmögensowieso“

Das ruft bei mir – je nach Tagesform – eine der folgenden Reaktionen hervor: Seufzen, Augenrollen, Stirnrunzeln, genervt weiter scrollen, mich aufregen.

Herrje, bin ich wirklich die einzige Person, der es NICHT egal ist, wie andere von ihr denken????

Versteht mich nicht falsch. Auch ich bin stets bemüht (oh je….). mein Verhalten, Aussehen, Auftreten nicht an dem zu orientieren, wie das bei anderen ankommt. Es gelingt mir auch meist zu meiner relativen Zufriedenheit. Nur ist es – zumindest soweit es mich angeht, für euch kann ich natürlich nicht sprechen – zu keiner Zeit eine Selbstverständlichkeit, an deren Vorhandensein ich keinen Gedanken verschwendcn muss.

Im Gegenteil. Es ist Arbeit.

Ich muss mich sehr oft zwingen, beispielweise einen unbequemen Standpunkt nach aussen hin zu vertreten, den ich zwar habe, mit dem ich mich aber unbeliebt mache.

Ich will mich nicht unbeliebt machen.

Jeder möchte gemocht werden, Und keiner sucht sich aus, von wem er gemocht werden möchte. Jedenfalls nicht absolut, davon bin ich überzeugt.

Ich möchte erst einmal von jedem gemocht werden. Auch von Menschen, die mir eigentlich egal sein könnten. So wie dem Busfahrer, der Supermarktkassiererin, meinem Hauswirt. Versteht ihr, was ich meine? Ich will bei all diesen für mich eher unwichtigen Menschen nicht unbeliebt sein

Ich will mir aber auch selbst treu bleiben. Erstens. Und zweitens will ich auch meine Interessen durchsetzen. Dazu muss man sich leider manchmal unbeliebt machen. Das fällt mir aber nicht leicht, ich muss mich zu entsprechendem Verhalten leider jedes Mal zwingen.

Die oben beschriebenen „miregalwasduvonmirdenkst“ – Zeitgenossen haben damit kein Problem.

Das behaupten zumindet alle. Diese Arroganz regt mich regelmäßig auf. Naja, vielleicht bin ich nur neidisch, gell? Weil es für mich stetig und ständig Arbeit und Anstrengung bedeutet, eine Balance zu finden zwischen „ich stehe da doch drüber“ und „ich möchte gemocht werden“

Fazit: in meinem (Hinter)Kopf ist der Gedanke „wie finden andere das, was ich gerade mache (oder wie ich gerade aussehe)“ immer präsent. Mal mehr, zum Glück oft weniger. Es sei denn natürlich, kein anderer sieht, hört oder bekommt sonst wie mit, was ich gerade mache.

Dann – aber auch nur dann – ist es mir WIRKLICH egal.

 

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