Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Und gleichzeitig kann ich äusserst perfektionistisch sein. Diese Kombination ist ganz blöd, Leute. Warum? Tja, ich kann es mir selbst einfach nicht recht machen. Aber weil mir die Geduld fehlt, die Dinge bis zu meiner persönlichen Zufriedenheit zu verbessern, landet jedes angefangene Projekt früher oder später im Papierkorb.

Dieses hier nervt mich auch schon wieder. Warum? Z.B. weil ich es nicht hinbekomme, Datenschutzerklärung und Impressum an der Seite oder unten zu platzieren. Oder die Reihenfolge zu ändern, in der die Seiten erscheinen. Oder weil ich jedesmal, wenn ich mit eine anderen Theme spiele, am Ende wieder von vorne anfangen muss, weil ich nicht weiss, wie ich etwas irgendwo zwischenspeichern kann, um später wieder darauf zurück zu greifen.

Hat mich etwa zehn Tage gekostet, den Blog endlich auf „öffentlich“ zu stellen und – verdammt nochmal – einfach loszulegen. Zu vieles war bzw ist noch nicht so wie ich es gerne hätte.

So geht es mir immer.

Als ich ein Kind war, fiel ich durch grosse Musikalität auf. Meine Mutter kaufte mir erst eine Heimorgel, später besorgte sie mir sogar ein Klavier. Sie hatte damals für eine Studentin deren Hausarbeiten korrigiert, und die Studentin hatte dann kein Geld, diese Dienstleistung zu bezahlen. In ihrer Riesenwohnung (eine WG, klar), stand ein Klavier, für das niemand Verwendung hatte. Meine Mutter nahm das Klavier statt eines Honorars für ihre musikalische Tochter. Die dann natürlich Unterricht bekam.

Ich bin, glaube ich, dreimal da hin gegangen, dann war mir das zu viel Aufwand. Meine Mutter zwang mich nicht, manchmal denke ich, sie hätte das vielleicht machen sollen. Ich würde schon gerne Klavier spielen können.

Ich brachte mir aber viele Stücke aus meinem Klavierlehrheft selbst bei. Hier kam wieder die oben erwähnte Charakter-Kombi ins Spiel: Wenn etwas nicht sofort funktionierte, flog das Übungsheft in die Ecke. Aber die zweite der erwähnten Eigenschaften bewirkte, dass ich es am nächsten Tag wieder hervor holte und weiter übte, bis ich das jeweilige Stück konnte.

Allerdings ging mein Ehrgeiz nicht so weit, dass ich wieder Klavierstunden genommen hätte.

Später, mit Mitte zwanzig, nahm ich Gesangsunterricht. Dass ich gut sang, war ebenfalls schon früh aufgefallen. In einem Gedicht, das während einer Ferienreise mit den Pfadfindern entstand, hiess es „am Lagerfeuer stach Bettina hervor. Ihre Stimme ging sofort ins Ohr“. Das Gedicht hatte eine Betreuerin geschrieben, es gab für jeden aus der Gruppe eine kleine Strophe. Ich war total stolz. Daraufhin hätte ich z.B. überlegen können, in einer Band zu singen. Oder im Chor. Oder irgendwie sowas.

Warum ich das nicht tat? Ich fand nicht, dass ich gut genug war.

Meine spätere Gesangslehrerin schaffte es manchmal – kurzfristig – mich davon zu überzeugen, durchaus gut genug zu sein. Ich bekam dann auch meist entsprechendes Feedback, wenn ich mal zu einem Vorsingen ging oder an einem Liederabend ihrer Gesangsschüler teilnahm.

Das war jedes Mal ein tolles Gefühl. Aber es hielt nicht an. Ich fand nie, dass ich gut genug war, geschweige denn besser als andere.

Warum? Weil ich nicht perfekt, nicht fehlerlos war.

Warum ich das erzähle?

Ihr könnt es euch denken.

Ich frage mich auch bei diesem Projekt wieder: Warum? Wer will das wissen? Wen soll das interessieren. Habe ich irgendwas zu sagen, das nicht irgendwo schon gesagt wurde?

Die Antwort lautet: Aber ja!

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